⚠️ Wichtiger Hinweis: Seit dem 21.07.2026 gilt eine neue Förderrichtlinie (BEG EM vom 17.07.2026). Alle Angaben und Berechnungen auf dieser Seite sind unverbindliche Beispielrechnungen; maßgeblich sind allein die Förderbedingungen der KfW zum Zeitpunkt der Antragstellung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Haftung. Verbindliche und offizielle Informationen finden Sie ausschließlich bei der KfW unter www.kfw.de.

Wärmepumpe: Einsparung berechnen

Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme. Ob sich das gegenüber Ihrer Gas-, Öl- oder Nachtspeicherheizung rechnet, hängt vom Verbrauch, vom Zustand des Hauses und vom Strompreis ab. Der Rechner zeigt es in 30 Sekunden – wahlweise aus Ihrer Abrechnung oder grob über die Wohnfläche.

Kurz & direkt

Ein Einfamilienhaus mit rund 20.300 kWh Gasverbrauch zahlt bei 11,5 Cent je kWh etwa 2.335 € im Jahr. Eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,7 braucht dafür rund 4.664 kWh Strom – bei 27,5 Cent sind das 1.283 €. Macht rund 1.050 € oder 45 % Ersparnis pro Jahr und etwa 2,5 Tonnen weniger CO₂.

Stand: 28.07.2026 · Energiepreise Juli 2026 · CO₂-Faktoren nach Umweltbundesamt

Einsparungsrechner: Was spart eine Wärmepumpe im Jahr?

Vergleichen Sie Ihre bisherigen Heizkosten mit dem Stromverbrauch einer Wärmepumpe – auf Basis Ihres tatsächlichen Verbrauchs oder grob geschätzt über die Wohnfläche.

Energiepreise anpassen

Voreinstellungen: Gas 11,5 Cent (Bestandsvertrag), Heizöl 1,30 Euro/Liter, Wärmepumpenstrom 27,5 Cent (1-Zähler-Tarif), Haushaltsstrom 35 Cent. Stand Juli 2026 – tragen Sie für ein genaues Ergebnis Ihre eigenen Preise ein.

Die Anschaffung bezuschusst der Staat mit bis zu 80 % – rechnen Sie das im KfW-Förderrechner aus.

So rechnet der Einsparungsrechner

  1. Endenergie ermitteln: Ihr Jahresverbrauch, umgerechnet in Kilowattstunden. Ein Liter Heizöl entspricht rund 10 kWh, ein Kubikmeter Erdgas ebenfalls rund 10 kWh.
  2. Wärmebedarf berechnen: Nicht die ganze Energie kommt als Wärme an. Ein alter Standardkessel setzt etwa 85 % um, ein Brennwertkessel rund 95 %. Bei einer Nachtspeicherheizung wird der Strom praktisch vollständig in Wärme umgewandelt.
  3. Strombedarf der Wärmepumpe: Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Bei einer JAZ von 3,7 wird aus 17.255 kWh Wärme ein Strombedarf von 4.664 kWh.
  4. Kosten vergleichen: Alter Verbrauch mal Brennstoffpreis gegen Strombedarf mal Wärmepumpen-Stromtarif.

Nicht enthalten sind Grund- und Messpreise, Wartung, Schornsteinfeger und die Anschaffung. Gerade Wartung und Schornsteinfeger entfallen bei der Wärmepumpe weitgehend – die reale Ersparnis liegt also eher etwas über dem berechneten Wert.

Jahresarbeitszahl (JAZ) und COP: der wichtigste Hebel

Die Jahresarbeitszahl sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom macht. Der COP dagegen ist ein Laborwert unter festen Prüfbedingungen und fällt höher aus – für eine Kostenrechnung ist immer die JAZ die richtige Größe.

SituationRealistische JAZ
Unsanierter Altbau, alte Heizkörper, hohe Vorlauftemperatur2,8 – 3,2
Teilsaniert, größere Heizkörper3,3 – 3,8
Gut saniert, Flächenheizung4,0 – 4,5
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)4,0 – 5,0

Der Rechner ist mit 3,7 voreingestellt – ein realistischer Wert für eine gut ausgelegte Luft-Wasser-Wärmepumpe im teilsanierten Bestand. Wer unsicher ist, rechnet lieber mit 3,0 und wird positiv überrascht.

Zwei Beispielrechnungen

Gasheizung, 140 m²Ölheizung, 3.000 Liter
Bisheriger Verbrauch20.300 kWh3.000 Liter (30.000 kWh)
Kosten bisher2.335 €3.900 €
Wärmebedarf (85 % Kessel)17.255 kWh25.500 kWh
Strombedarf bei JAZ 3,74.664 kWh6.892 kWh
Kosten Wärmepumpe1.283 €1.895 €
Ersparnis pro Jahr1.052 € (45 %)2.005 € (51 %)
CO₂-Ersparnisrund 2,5 trund 5,6 t

Wovon die Ersparnis wirklich abhängt

  • Vorlauftemperatur: Jedes Grad weniger hebt die JAZ. Größere Heizkörper sind oft günstiger als eine Fußbodenheizung und wirken fast genauso.
  • Stromtarif: Ein eigener Wärmepumpentarif liegt deutlich unter dem Haushaltsstrompreis. Der Unterschied macht schnell mehrere hundert Euro im Jahr aus.
  • Photovoltaik: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten zusätzlich, deckt im Winter aber nur einen kleinen Teil des Wärmebedarfs.
  • Warmwasser: Hoher Warmwasserbedarf senkt die JAZ, weil dafür höhere Temperaturen nötig sind.
  • Gas- und CO₂-Preis: Die CO₂-Bepreisung verteuert Gas und Öl in den kommenden Jahren weiter – die Ersparnis wächst also tendenziell.

Und was kostet die Anschaffung?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus je nach Aufwand meist zwischen 25.000 und 40.000 € inklusive Einbau und Umfeldmaßnahmen. Davon übernimmt der Staat über die KfW-Heizungsförderung bis zu 80 % der förderfähigen Kosten, maximal 22.400 €. Wie viel in Ihrem Fall, zeigt der Förderrechner; alle Fördersätze stehen im Ratgeber Wärmepumpe: Förderung 2026.

Reicht der Eigenanteil nicht, gibt es den zinsgünstigen Ergänzungskredit KfW 358/359. Häufige Fragen zur Förderung beantworten die FAQ.

Wie viel von Ihrer Gasrechnung ist CO₂-Preis?

Ein Teil dessen, was Sie fürs Heizen zahlen, ist keine Energie, sondern Abgabe. Im nationalen Emissionshandel gilt 2026 ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂. Umgerechnet auf die Brennstoffe bedeutet das:

Brennstoffbei 55 €/tbei 65 €/t
Erdgas1,11 ct je kWh1,31 ct je kWh
Heizöl1,46 ct je kWh (14,6 ct je Liter)1,73 ct je kWh (17,3 ct je Liter)

Für die beiden Beispielhaushalte von oben heißt das konkret: Von den 2.335 € Gaskosten sind rund 226 bis 267 € reiner CO₂-Preis. Beim Ölhaushalt sind es 439 bis 519 € von 3.900 €. Diesen Anteil sparen Sie mit einer Wärmepumpe vollständig – Strom fällt nicht unter den nationalen Emissionshandel.

Wie es weitergeht: Das Kabinett hat am 12.08.2026 beschlossen, den Korridor von 55 bis 65 Euro auch 2027 fortzuführen; das Gesetzgebungsverfahren läuft noch. Anschließend löst der europäische Emissionshandel EU-ETS 2 das nationale System weitgehend ab – dann bildet sich der Preis am Markt, ohne gesetzliche Obergrenze. Eine belastbare Zahl für die Zeit danach nennt derzeit niemand seriös; die Richtung ist aber klar, und sie vergrößert den Abstand zur Wärmepumpe.

Der Stromtarif ist der zweite große Hebel: § 14a EnWG

Für Wärmepumpen gibt es reduzierte Netzentgelte. Das ist kein Bonusprogramm, das man beantragen kann oder auch nicht: Seit dem 01.01.2024 unterliegt jede neue steuerbare Verbrauchseinrichtung mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung diesen Regeln verpflichtend – die Wärmepumpe also praktisch immer.

Die Gegenleistung: Der Netzbetreiber darf die Bezugsleistung bei Netzengpässen vorübergehend drosseln, aber nie unter 4,2 kW. Diese Mindestleistung muss durchgehend zur Verfügung stehen, damit die Wärmepumpe weiterläuft. In der Praxis kommen solche Eingriffe selten vor und werden von einem ausreichend dimensionierten Pufferspeicher abgefedert.

Dafür wählen Sie zwischen zwei Wegen:

  • Modul 1 – pauschale Reduzierung: ein fester Abschlag aufs Netzentgelt, je nach Netzbetreiber. Die Bundesnetzagentur nennt eine Spanne von 110 bis 190 € im Jahr. Kein separater Zähler nötig.
  • Modul 2 – prozentuale Reduzierung: der Netzentgelt-Arbeitspreis sinkt auf 40 % des regulären Werts. Erfordert einen separaten Zähler, lohnt sich aber bei hohem Stromverbrauch deutlich stärker als Modul 1.

Die Faustregel: Je mehr Strom Ihre Wärmepumpe zieht, desto eher gewinnt Modul 2. Bei den 4.664 kWh aus dem Gas-Beispiel oben liegt die Entscheidung im Grenzbereich – bei einem unsanierten Altbau mit deutlich höherem Verbrauch ist Modul 2 meist klar im Vorteil. Rechnen Sie es mit den konkreten Netzentgelten Ihres Netzbetreibers durch, die Werte unterscheiden sich regional erheblich. Seit April 2025 gibt es zusätzlich Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten, das sich nur mit Modul 1 kombinieren lässt.

Wann rechnet sich die Wärmepumpe?

Die jährliche Ersparnis allein beantwortet die Frage nicht – entscheidend ist, wie schnell sie den Eigenanteil an der Anschaffung wieder einspielt. Gerechnet mit dem Gas-Beispiel von oben (1.052 € Ersparnis im Jahr) und einer Anlage für 32.000 €:

FördersatzZuschussIhr EigenanteilAmortisation
80 % (Einkommen bis 30.000 €)22.400 €9.600 €rund 9 Jahre
46 % (Grundförderung + Klimabonus)12.880 €19.120 €rund 18 Jahre

Diese Zahlen sind bewusst konservativ gerechnet – sie unterstellen, dass die Alternative nichts kostet. Das trifft fast nie zu. Steht Ihre alte Heizung ohnehin vor dem Austausch, ist nicht der volle Eigenanteil die Vergleichsgröße, sondern nur die Differenz zu dem, was eine neue Gas- oder Ölheizung gekostet hätte. Ziehen Sie diesen Betrag ab, und die Amortisationszeit verkürzt sich in beiden Fällen erheblich.

Drei Faktoren verschieben die Rechnung zusätzlich zu Ihren Gunsten, sind oben aber nicht eingerechnet:

  • Der steigende CO₂-Preis vergrößert die jährliche Ersparnis von Jahr zu Jahr.
  • Wartung und Schornsteinfeger entfallen bei der Wärmepumpe weitgehend.
  • Reduzierte Netzentgelte nach § 14a senken die Stromkosten um einen dreistelligen Betrag im Jahr.

Umgekehrt gilt: Fällt die Jahresarbeitszahl schlechter aus als angenommen, verlängert sich alles entsprechend. Deshalb lieber mit 3,0 rechnen als mit 4,0 – und die Auslegung vom Fachbetrieb bestätigen lassen.

Quellen und Stand der Angaben

CO₂-Preiskorridor und Kabinettsbeschluss vom 12.08.2026: Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt. Reduzierte Netzentgelte, Module und die Mindestleistung von 4,2 kW: Bundesnetzagentur. CO₂-Emissionsfaktoren der Brennstoffe: Emissionsfaktorenlisten des Umweltbundesamts. Energiepreise Stand Juli 2026, als Voreinstellung im Rechner änderbar. Fördersätze nach KfW-Programm 458. Alle Beträge sind unverbindliche Beispielrechnungen.

Erst sparen, dann fördern lassen

Ersparnis oben berechnen – und im Förderrechner sehen, wie viel Zuschuss die KfW dazugibt.

Zum Förderrechner